Nazis im Netz

Aktion: ‘Der Norden schaut hin’

Unter dem Motto ‘Der Norden schaut hin’ wenden Radio Bremen und der NDR im Moment und in der nächsten Zeit ihre Aufmerksamkeit verstärkt der rechten Szene zu. Seit durch das Bekanntwerden der Morde der sogenannten ‘Zwickauer Zelle’ deutlich wurde, dass rechtsextreme Gruppen sehr gefährlich sein können, ist auch in den Medien die Aufmerksamkeit für das Thema gewachsen. In der Reihe beleuchten die Sender viele verschiedene Themen, z.B.

Also: Eine gute Aktion! Reinschauen auf den Themenseiten von Radio Bremen und dem NDR.

Störungsmelder: Internes Naziforum geleaked

Das Blog Störungsmelder hat einen interessanten Artikel über interne Inhalte eines Naziforums veröffentlichlicht. “Es sind seltene Einblicke in die straffen Organisationsstrukturen der rechtsextreme Szene, die jetzt über einen Aussteiger an die Öffentlichkeit gelangt sind. Mehr als 1.300 Beiträge, die in Auszügen ZEIT ONLINE vorliegen, hatten die Drahtzieher des ostdeutschen Neonazi-Netzwerkes Freies Netz in einem passwortgeschützten Bereich eines Forums gepostet.” Hier weiterlesen! 

Nazis im Internet

Die Aktivitäten von Nazis im Internet beobachtet und analysiert die Initiative Jugendschutz.net. Kürzlich hat sie ihren neuen Bericht für das Jahr 2o1o vorgestellt. Das Ergebnis: Die Zahl klassischer rechtsextremer Webseiten ist in Deutschland leicht rückläufig, dafür haben die Aktivitäten von Neonazis in sozialen Netzwerken und Videoplattformen erheblich zugenommen.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt:

Statt der klassischen Webportale nutzten Neonazis also immer stärker soziale Netzwerke im Internet, um Jugendliche zu ködern. Diese Entwicklung habe sich “dramatisch zugespitzt”, sagte der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung [...].
Die Jugendschützer schätzen, dass Communitys, Videoplattformen und der Blogosphäre für die Verbreitung von rechtsextremistischem Gedankengut eine immer größere Bedeutung zukommt. Neonazis hätten erkannt, dass soziale Netzwerke eine breite Mobilisierung garantierten. Denn mit diesen Plattformen werde ein Millionenpublikum erreicht, während Websites gezielt angesteuert werden müssten.

 

Und die Zeit schreib in Bezug besonders auf Videos im Netz:

190 rechtsextreme YouTube-Videos hat sich die Initiative einmal genauer angeschaut. Einzelne von ihnen erreichten bis zu 170.000 Zugriffe. “Sie erfüllen offenbar hauptsächlich den Zweck, zu Events zu mobilisieren und für rechtsextreme Kampagnen und Gruppen zu werben”, heißt es in dem Bericht. Ein Großteil der Clips sei durch schnelle Schnittfolgen und Musik offensichtlich speziell für junge Nutzer erstellt worden. Die Videos würden gezielt Themen wie sexuellen Missbrauch, Finanzkrise oder Arbeitslosigkeit instrumentalisieren, um “emotionalisierte Zukunftsdebatten anzufachen und fremdenfeindliche, antisemitische und antidemokratische Einstellungen zu schüren.”