Hintergründe

Diskussion um NPD-Verbot

Nachdem die Verbrechen der rechts-terroristischen Vereinigung ‘Nationalsozialistischer Untergrund’ in den letzten Wochen und Monaten öffentlich wurden (ein aktueller Stand der Dinge ist z.B. hier, hier oder hier zu finden), wird auch wieder verstärkt über ein mögliches Verbot der NPD diskutiert. Das Für und Wider eines solchen Verbots diskutierten kürzlich im Deutschlandfunk Politiker, Wissenschaftler und Journalisten. Dieser interessante Austausch über die Vor- und Nachteile eines Verbots und andere Strategien gegen den Rechtsextremismus steht hier zum Nachhören bereit.

Doku: Nebenan der braune Sumpf

Interessante Dokumentation aus dem WDR mit dem Titel ‘Nebenan der braune Sumpf’. Schwerpunkt ist die Neonaziszene in Nordrheinwestfalen:

 

Doku: Eltern von Neonazis

In der Reihe 37° hat das ZDF eine Dokumentation über Eltern produziert, deren Kinder in die rechte Szene abgedriftet sind. Sehr sehenswert:

Nazis im Internet

Die Aktivitäten von Nazis im Internet beobachtet und analysiert die Initiative Jugendschutz.net. Kürzlich hat sie ihren neuen Bericht für das Jahr 2o1o vorgestellt. Das Ergebnis: Die Zahl klassischer rechtsextremer Webseiten ist in Deutschland leicht rückläufig, dafür haben die Aktivitäten von Neonazis in sozialen Netzwerken und Videoplattformen erheblich zugenommen.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt:

Statt der klassischen Webportale nutzten Neonazis also immer stärker soziale Netzwerke im Internet, um Jugendliche zu ködern. Diese Entwicklung habe sich “dramatisch zugespitzt”, sagte der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung [...].
Die Jugendschützer schätzen, dass Communitys, Videoplattformen und der Blogosphäre für die Verbreitung von rechtsextremistischem Gedankengut eine immer größere Bedeutung zukommt. Neonazis hätten erkannt, dass soziale Netzwerke eine breite Mobilisierung garantierten. Denn mit diesen Plattformen werde ein Millionenpublikum erreicht, während Websites gezielt angesteuert werden müssten.

 

Und die Zeit schreib in Bezug besonders auf Videos im Netz:

190 rechtsextreme YouTube-Videos hat sich die Initiative einmal genauer angeschaut. Einzelne von ihnen erreichten bis zu 170.000 Zugriffe. “Sie erfüllen offenbar hauptsächlich den Zweck, zu Events zu mobilisieren und für rechtsextreme Kampagnen und Gruppen zu werben”, heißt es in dem Bericht. Ein Großteil der Clips sei durch schnelle Schnittfolgen und Musik offensichtlich speziell für junge Nutzer erstellt worden. Die Videos würden gezielt Themen wie sexuellen Missbrauch, Finanzkrise oder Arbeitslosigkeit instrumentalisieren, um “emotionalisierte Zukunftsdebatten anzufachen und fremdenfeindliche, antisemitische und antidemokratische Einstellungen zu schüren.”